Ruf zum Gebet

Februar 27, 2010

Moschee unter nächtlicher Beleuchtung

Was im deutschen Stadtbild die Kirche ist, ist hier natürlich die Moschee. In allen Richtungen entdeckt man Minarette, die in den Himmel ragen. Es gibt einige wunderschöne Moscheen, wie diejenige auf dem Foto. Sie ist umgeben von einer hübschen Grünanlage und ein sehr angenehmer Ort. Der Besuch des Geländes ist kein Problem, das Betreten von Moscheen zum Besichtigen ist allerdings (mit Ausnahme der großen Sultan Qaboos Moschee in Masqat) nicht gestattet. Vom Minarett aus erschallt fünfmal täglich der Ruf zum Gebet (der übrigens auch im Supermarkt über den Lautsprecher zu hören ist, wie in meinem Wohnheim auch). So gliedert sich jeder Tag automatisch in die Zeiten vor, zwischen oder nach den Gebeten. Für Männer ist es angemessener das Gebet in einer Moschee zu verrichten, Frauen beten i.d.R. zuhause, es sei denn sie sind gerade unterwegs. Dann beten auch sie in der Moschee ( oder aber halten bei Verwandten, die in der Nähe wohnen). In großen Einkaufszentren oder in der Messehalle finden sich immer auch Gebetsräume. In der Moschee selber gibt es getrennte Gebetsräume für Männer und Frauen. Manchmal sogar zwei verschiedene Bauten. Immer finden sich hier auch Waschgelegenheiten, denn vor dem Gebet ist das Waschen von Gesicht, Händen und Füßen Pflicht. Der Ablauf eines jeden Gebetes ist festgelegt, sie unterscheiden sich jedoch untereinander in ihrer Länge. Zudem gibt es eine ganze Menge Regelungen bzgl. der möglichen Zusammenlegung einzelner Gebete, der Größe des Zeitfensters, innerhalb dessen das Gebet zu verrichten ist und vieles mehr. Findet das Gebet nicht in einer Moschee statt, benötigt man einen Gebetsteppich, auf dem man betet und den man nach Mekka ausrichtet. Nicht alle ziehen sich zum Beten zurück, viele beten einfach im Zimmer und lassen sich auch nicht durch Unterhaltungen oder ähnliches stören. Man sollte lediglich vermeiden vor einem gerade Betenden entlang zu gehen. Das wichtigste Gebet der Woche ist das mittägliche Freitagsgebet, in etwa vergleichbar mit dem sonntäglichen Kirchenbesuch, nur das auch hier lediglich die Männer in die Moschee gehen. Im Unterschied zu allen anderen Gebeten hält der Imam freitags eine Art Predigt, die man auch von zuhause über Fernsehen oder Radio mitverfolgen kann.

Die schiitische Moschee in Matrah.

2 Antworten zu “Ruf zum Gebet”

  1. Anett said

    hey kathrin, das liest sich ja wie ein Reiseroman. Ich glaub du solltest Schriftstellerin werden.Tolle Fotos und unglaublich gut beschriebene Eindrücke – ich werd glatt ganz neidisch. Gruß auch von der kleinen Eva – Maya, und dem Christian und von mir;)

  2. Doro said

    Dem kann ich mich nur anschließen: Werde Autorin oder Journalistin, deine Texte fangen wirklich unglaublich gut da Leben in dieser anderen Welt ein. Ich beneide dich immer noch sehr um diese Erfahrung, auch wenn ich vermutlich nicht die ausreichende Geduld (und den nötigen Mut) für das Leben in diesem College hätte!
    Großer Respekt meinerseits und genieße weiterhin jeden Augenblick dieser (Achtung, Klischee!) einzigartigen Erfahrung! (Und schreib fleißig weiter, um uns arme Daheimgebliebene zu unterhalten…)

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